Colegio Alemán de Temperley
Colegio Alemán de Temperley
publicado el 19 de Setiembre de 2012

Alex Kluber

Argentinienreise 8.10. - 29.10. 2010


Nach einer doch einigermaßen kräftezehrenden Reise, währenddessen sich die Deutschen untereinander besser kennen lernte, erreichten wir spät abends das Colegio Aleman de Temperley. Dort hatten sich alle Argentinier versammelt, die sich bereit erklärt hatten einen deutschen Schüler vom aufzunehmen. Ich wurde von meiner Gastschwester sehr herzlich empfangen und wir nahmen ein Taxi in ihr Haus zurückzukehren. Ich verstand mich mit der Familie von Anfang an sehr gut, sie waren freundlich, zuvorkommend und immer daran interessiert, was ich zu erzählen hatte. So saß auch der kulturelle Schock nicht so tief, der mich erstmal beim ersten Betreten des Hauses gefasst hatte, als ich realisierte, dass wir zu 5 in 3 Zimmern wohnen würden. Meine Gastfamilie bestand aus den beiden Eltern und 2 Töchtern (16 und 21). Da die 21-jährige jedoch kaum zu Hause war und nur spät abends zum Schlafen wiederkam, verbrachte ich die meiste Zeit mit der 16 jährigen Julietta.
Das Wochenende begann mit einem ersten Fußballspiel, das zum Glück erfolgreich endete, da wir uns vielleicht mit den Anpreisungen der deutschen Fußballkunst ein wenig weit aus dem Fenster gelehnt hatten. Im Verlauf des Wochenendes verbracht ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie, um dieser näherzukommen und erfuhr viele Interessante Dinge der argentinischen Kultur und der Familiengeschichte. Außerdem besuchte ich mit meiner Gastschwester den Kinofilm Avatar in 3D und lief Schlittschuh mit einigen ihrer Freundinnen.
Als am Dienstag die deutsche Reisegruppe wieder zusammentraf teilten alle die Erfahrungen der vergangenen Tage. Nach einiger Zeit mit der deutschen Reisegruppe teilten wir uns in Gruppen auf und besuchten den Unterricht der argentinischen Schüler. Dies ermöglichte uns einen interessanten Einblick in deren Alltag und in die argentinische Philosophie des Lernens. Die deutsche Reisegruppe brach dann auf, um unter der Führung einer argentinischen Lehrerin den Stadtteil Lomas de Zamora zu erkundigen. Wir besuchten den deutschen Kindergarten und die Grundschule.
Der Donnerstag war ein besonderer Tag für mich. Es war der Tag meines 19ten Geburtstages. Ich hatte mich zwar sehr über die freundlichen E-Mails meiner Freunde aus Deutschland gefreut, war jedoch schon ein wenig deprimiert diesen persönlichen Feiertag nicht im Kreise meiner engen Freunde verbringen zu können. Die Argentinier waren zwar unglaublich offenherzig, direkt und einnehmend auf uns zugekommen und hatten nach Möglichkeit versucht uns zu integrieren, aber dennoch war es was anderes an meinem Geburtstag einmal nicht zu Hause zu sein und diesen mit Leuten die ich seit Jahren kenne zu feiern. Daher war ich unglaublich überrascht, dass die Argentinier es schafften, dass ich mich an diesem Tag total besonders und geehrt fühlte. In der Schule wurde für mich gesungen und die kürzlich Kennengelernten gratulierten mir alle sehr herzlich. Am Abend gab es sogar eine Überraschungsparty für mich. Diese Ehre war mir noch nicht einmal in Deutschland an einem meiner Geburtstage zu teil geworden und die Bemühungen um mich rührten mich sehr. Auf der Party selbst war eine super Stimmung, sofort tanzten alle, abwechselnd lief deutscher House und Argentinischer Reggaeton oder auch Cumbia.
Freitag stand der Besuch Uruguays auf dem Plan und ich bin stolz sagen zu können einer der wenigen Deutschen zu sein, der in Uruguay waren. Aber im Allgemeinen waren die folgenden Tage sollten auch geprägt sein von Diskobesuchen und deutsch-argentinischem Austausch in ausgelassener Stimmung.
Wir setzten diesen Marathon auch noch Sonntagabend fort und entschlossen uns die kurze
Nacht auf Montag zu sparen und bis zur Abfahrt um 4:30 an der Schule nach Patagonien durchzumachen. Die Busfahrt traten wir dann in getrennten Bussen an, dies war aus versicherungstechnischen Gründen auch auf Dauer so nötig, und da erstmal alle ein wenig Schlaf nachholen wollten auch sinnvoll. Nach einem Zwischenstopp ging es weiter nach Puerty Pyramide, einer kleinen Stadt auf der Peninsula Valdez direkt am Golfo Nuevo. Von dortaus startete eine unglaubliche Wahlbeobachtung zusammen mit den Mitgefahrenen Argentiniern. Wir waren in der Lage bis auf 5 Meter an die Wale heranzufahren und diese riesigen Geschöpfe live zu erleben. Am zweiten Abend sollte man aber ein weiteres unvergessliches Ereignis nicht verschweigen: Die beiden Guides Pablo und Gaston hatten am Strand ein Lagerfeuer vorbereitet und während alle gespannt den Geschichten von Pablo lauschten, gab es leckeres Stockbrot. Ein Beweis für das tolle Verhältnis zwischen Deutschen und Argentiniern war die Tatsache, dass es keine getrennte Gruppenbildung an einem solchen Abend gab, sondern dass sich die zwei Reisengruppen total vermischten.
Während der restlichen Reise sahen wir noch einige beeindruckende Dinge, wie beispielsweise eine riesige Pinguinkolonie, das Schären von Schafen live, eine Karateshow in einer Discothek.
Nach der Rükkehr aus Patagonien ging leider alles sehr schnell. Ein entscheidendes Paintaballspiel zwischen Deutschen und Argentiniern bildete wohl das Highlight der letzten Tage in Buenos Aires, wobei ich besonders diese als sehr prägend für mein Bild der argentinischen Kultur empfand, da wir mit der Tango-Show im Cafe Tortoni, dem Besuch der deutschen Botschaft und einer Führung in der ESMA ein tolles Programm hatten.
Es war nun schon Donnerstag und man traf sich zur Verabschiedung in der Schule. Die letzte Feier nahm einen tollen Verlauf und nach einigen Reden folgten Gesangseinlagen von Phillip und Anna-Lena, dann zeichneten die Argentinier uns Deutsche noch mit lustigen Titeln und Medaillen aus und in gelöster Stimmung wurde einmal mehr getanzt.
Rückblickend denke ich kann man diesen Austausch als unglaublich prägendes Erlebnis festhalten, das alle meine Erwartungen bei weitem übertraf. Der deutsch-argentinische Kontakt war so direkt und freundlich, dass ich hoffe unbedingt mit einigen Kontakt halten zu können und vielleicht bei meiner geplanten Backpackreise durch Südamerika in Buenos Aires halt machen zu können. Dies war also ein unglaublicher Austausch mit Herrn Strecker und Frau Hain im Oktober 2010 nach Buenos Aires!